St. Ignatius Essen

St. Ignatius - Gemeinde der Gesellschaft Jesu"

    
         Allgemeines zur Geschichte der Kirche

erbaut in der Zeit vom 19.03.1960 bis 20.09.1961 vom Essener Regierungsbaumeister Emil Jung ( es war    sein letztes Werk)
Kirchweih feierte man am 30. September 1961
Namenspatron ist Ignatius de Loyola (1491 – 1556)
erbaut im neuzeitlichen Stil aus hellem Backstein mit freistehendem Campanile: einen schmalhohen Schiffraum mit Flachdecke und zwei niedrige Seitenschiffe
Orgel- und Chorempore waren zunächst auf der Seite des jetzigen Altars und wurden in den achtziger Jahren umgestaltet zum heutigen Bild
Prunkstück der Kirche ist der „Gittergarten" mit dem alten Gnadenbild der „Mutter mit dem geneigten Haupt" (siehe unten)
St. Ignatius ist der Sitz der Jesuiten „Gesellschaft Jesu" (siehe unten)

 Societas Jesu - Gesellschaft Jesu ( Jesuiten) in Essen

Gründer war Ignatius de Loyola (1491 – 1556), Baske, spanischer Offizier, wurde wegen Krankheit zum Priester (Spätberufener)
Ihr Wahlspruch lautet: „Alles zur größeren Ehre Gottes"
1562 wurde ein Jesuitenkolleg durch die Fürstabtissin in Essen eingerichtet
1613 entstand am Burgplatz eine Jesuitenstation, die 10 Jahre bestand
1666 konnte die Jesuitenresidenz Essen am heutigen Kennedyplatz errichtet werden
1667 übertrug die Fürstabtissin den Jesuiten die Pfarrei St. Johann Baptist und zugleich die Seelsorge für den größten Teil des Essener Stiftes
110 Jahre lang waren die Jesuiten nun mit der Seelsorge im Bistum Essen beauftragt
durch die Säkularisation in Essen mussten die Jesuiten flüchten und kehrten erst 1869 wieder nach Essen zurück
sie erbauten die Notkirche St. Joseph, eine Fabrikhalle diente als Kirchenraum
es wurden jeden Sonntag 7 Gottesdienste, 4 Andachten und ein Vortrag mit durchschnittlich 1500 Teilnehmer gehalten
1872 wurde die Tätigkeit der Jesuiten durch Bismarcks rohe Gewalt unterbrochen
erst 1903 konnte die Gesellschaft Jesu nach Essen zurückkehren
im Dezember 1924 wurde das erste Ignatiushaus an der Stelle des heutigen Pfarrheimes fertiggestellt
die Jesuiten planten eine grosse Barockkirche, die jedoch aus finanziellen Gründen nicht gebaut wurde
am 1. Mai 1936 kam das Gnadenbild der „Mutter mit dem geneigten Haupt" in das Ignatiushaus
am 08. August 1941 hob die Gestapo das Ignatiushaus auf, alle Patres mussten flüchten
während des Krieges wurden große Teile des Gebäudes zerstört, nur der Altarraum blieb weitgehend verschont
ab Juli 1945 begann der Wiederaufbau des Ignatiushauses
1958 wurde Essen Bischofsstadt und am 08. Februar 1958 besuchte Bischof Dr. Franz Hengsbach zum ersten Mal das Ignatiushaus
am 19. März 1960 war Baubeginn für die heutige St. Ignatius – Kirche
Kirchweihe war am 30. September 1961
1967 wurde das Ignatiushaus abgerissen und das heutige Pfarrheim aufgebaut
in den achtziger Jahren wurde der Orgelprospekt neugestaltet, sowie ein neuer Tauf- und Sakramentsort errichtet.

 

Das Gnadenbild der „Mutter mit dem geneigten Haupt"

Maria mit dem geneigten Haupt

Foto: K. Tschepat, 2010
Kupferstich von Maria aus dem 18. Jahrhundert
1752 kam das Bild in eine Indianermission nach Brasilien
durch die Jesuitenverfolgung ab 1957 landete das Bild zusammen mit 124 Jesuiten in einem unterirdischen Gefängnis bei Lissabon
1777 wurden die Jesuiten befreit und das Bild kam über verschiedene deutsche Städte im Jahre 1936 ins Ignatiushaus nach Essen
der Altarraum mit dem Gnadenbild war während des 2. Weltkrieges der einzigen Ort im weiten Umkreis, der nicht von den Bomben unversehrt blieb

 

(Wahre) Geschichte zum Gnadenbild der Maria:

Während der Gefangenschaft der Jesuiten im unterirdischen Gefängnis von Lissabon, lebten sie in fast völliger Dunkelheit und ohne jegliche gerichtliche Verhandlung. Sie hatten keine Möglichkeit zur Messfeier und bekamen auch die Sterbesakramente vorenthalten, bis zum Fest der heiligen Maria, am 8. September 1762, an dem die Jesuiten die Gottesmutter um geistlichen Trost und die Sakramente baten. Schon kurze Zeit darauf wurde es ihnen möglich das heilige Opfer zu feiern und die heilige Kommunion zu empfangen. Die Jesuiten feierten dies als wunderbare Erhörung und erhoben das Gnadenbild zum Altarbild.

 

Gebet in persönlichen Anliegen:

Mutter mit dem geneigten Haupt! Den Gefangenen von St. Julian wurden die Sakramente vorenthalten. Du erflehest und erlangtest ihnen die hl. Eucharistie zu feiern und dadurch die Kraft, in ihrer Not heroisch durchzuhalten.

Gemeinsam mit diesen hl. Märtyrern und Bekennern bitte ich um Hilfe in meiner Not.... Wir dürfen ja mit allem zu Dir kommen. Um Deines Sohnes willen, der uns Dir anvertraut hat, hälst  Du allezeit Dein Haupt geneigt für unsere Bitten.

Aus Dankbarkeit will ich mich bemühen, auf Deine Wünsche einzugehen und die Gegenwart Christi auf unseren Altären aufmerksamer zu beachten, um ihm, dem Herrn, in allem immer besser zu dienen. Amen.

 

 

 

©2004 by Michael Weber

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